Are you ok? Are we ok? Eine Ausstellung in der Pandemie

Die Credits für dieses Foto gehen an Lukas Klose Fotografie –
Lukas Arbeiten findet ihr hier: https://lukasklose.de/

Im letzten Jahr traf die andauernde Pandemie die Kunst und Kulturszene hart. Auch heute noch arbeiten Künstler:innen intensiv an diversen Konzepten, um mit ihrer Arbeit Menschen in diesen ungewöhnlichen Zeiten zu unterhalten und um auf ihre Arbeit – wie auch Situation – aufmerksam zu machen. Ohne Kunst und Kultur wird es still, lautet eine bis heute noch anhaltende Kampagne diverser Kunst & Kulturschaffender. Im letzten Jahr begannen bereits viele aus dem Kunst- & Kultursektor damit, kreative Lösungen zu entwickeln, um der Öffentlichkeit auch weiterhin den freien Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen: Es wurden online Konzerte geschaltet, Theaterstücke gestreamt, Kunst- & Kulturvermittlung via Webradio oder Social Media Plattformen geführt. Ausstellungen zogen in diverse Schaufenster um oder fanden digital im Web statt.

Ausstellen in der Pandemie – Are you ok?

Auch wir – Künstler:innen aus dem Master Studio Kultur & Identität – sahen uns durch Corona mit neuen und unbekannten Herausforderungen konfrontiert. Für April 2020 hatten wir eine Exkursion in Vilnius geplant. Diese fand letzten Endes natürlich nicht statt. Unsere geplanten Arbeitskonzepte für diese Exkursion wurden erst einmal bei Seite geschoben. Es mussten neue Konzepte her – und all die Themen, die uns zu der Zeit beschäftigten, befanden sich dieses Mal vor unserer eigenen Haustür. Auf dieser Basis entstand unsere Publikation Are you ok? Are we ok?

Wir hatten grade unsere Arbeiten an der Master Studio Publikation beendet und unsere Ausstellung geplant, als wir uns während der Konzeptionsphase folgende Frage stellten: Lohnt es sich, eine Ausstellung auf die Beine zu stellen, die sich – scheinbar – unsichtbar hinter verschlossenen Türen aufhält? Vielleicht würde es eine Ausstellungseröffnung geben, – vielleicht aber auch nicht. Zu dieser Zeit (September-November 2020) schienen beide Optionen realistisch zu sein. Wir entschieden uns relativ schnell dafür, die Ausstellung trotz der Umstände aufzubauen (natürlich unter Einhaltung der Corona Regeln). Weder wollten wir uns die Erfahrung einer kollektiven Ausstellung entgehen lassen, noch wollten wir der Öffentlichkeit den Zugang zu unserer Arbeit verwehren. Nicht auszustellen würde bedeuten, gar nicht erst den Raum für einen Diskurs zu schaffen. Natürlich gibt es hier Visuelle wie auch haptische Einbußen (schwer können wir via Video auf z. B. unsere Materialien aufmerksam machen). Nichtsdestotrotz erfüllt solch eine Ausstellung mit ihrer bloßen Existenz ihren Zweck. Sie schafft einen gesonderten Raum im öffentlichen Raum und ermöglicht seinen Zuschauer:innen einen Zugang zu verschiedenen Wahrnehmungen, Denkprozessen, Umgängen wie auch Interpretationen dieser Zeit.

Willkommen zu unserer Schaufensterausstellung

Wir fragten uns also: Wie können wir Zuschauer:innen – trotz geschlossener Galerie und natürlich Corona-friendly – an unseren Arbeiten teilhaben lassen? Das Update unserer Ausstellungskonzeption passte sich zunehmend an die aktuellen Umstände an. Im Schaufenster der Galerie Mitte Bremen wurde ein virtueller (Spazier-) Gang durch die Ausstellung ausgestrahlt. Dies fand in der eigentlichen Öffnungszeit der geschlossenen Galerie statt. Diese Videoaufnahme ermöglichte den vorbeilaufenden Zuschauer:innen, die Ausstellung vom Schaufenster aus zu besuchen. Und wer weiß, – vielleicht haben wir mit dieser Art der Ausstellung sogar mehr Leute erreicht, als wir eigentlich erwartet hätten.

Mehr Informationen zu unserer Publikation findest du hier: https://cultureandidentity.hfk-bremen.de/are-you-okare-we-ok/
Bestelle hier deine Publikation (limitierte Auflage!): cultureandidentity@hfk-bremen.de

Beteiligte Künster:innen
des Studio Kultur & Identität der HfK Bremen

Anja Segermann
Lukas Klose
Qiao Ban
Zana Mihajlovic
Shih-hsuan Yen
Laura Peral
Ana Rodríguez Heinlein
Simon Barth
Lina von Jaruntowski,
Lotte Agger
Franziska Eggelmann
Jiayi Wu
Xiang Yan

Unser Dank geht an die Hochschule für Künste Bremen, Prof. Andrea Rauschenbusch und Prof. Peter Bialobrzeski (Leitung Masterstudio Kultur und Identität) sowie Serge Rompza (NODE) und Melanie Mues für die beratende Unterstützung. Auch der Galerie Mitte fühlen wir uns dankbar verbunden.

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